Autofokus an der 5D Mark II

Der Autofokus an der 5D Mark II ist, ganz ehrlich, nichts Besonderes und eigentlich total veraltet. Man kann aber trotzdem gut mit ihr arbeiten. Hier könnt ihr lesen, wie ich das mache!

 

Die Herausforderung: Nur ein Kreuzsensor

Bei der Entwicklung von der Mark II dürfte das Hauptaugenmerk auf dem Sensor und der Bildqualität gelegen haben, hat die Mark II damals einfach den AF der "Ur"-5D übernommen. Gut, die 6D kommt immer noch mit der selben Konfiguration, die Mark III hat allerdings den neu entwickelten 61-Punkt-AF bekommen.

Das hat mich allerdings nicht wirklich gestört, hatte meine erste DSLR, die D40, doch sage und schreibe drei Fokusfelder! Somit verwendete ich seither immer das mittlere AF-Feld, stellte scharf auf den Punkt, den ich scharf haben wollte und teilte mir den Bildausschnitt ein (Focus and Recompose). Bei den analogen Spiegelreflex-Kameras mit manuellem Fokus und Schnittbildindikator gab es überhaupt keine anderen Möglichkeiten. Da war man gezwungen so zu arbeiten.

Auch mit der 550D und 60D führte ich diese Tradition fort. Als ich allerdings auf die 5D Mark II umgestiegen bin, wollte das irgendwie nicht mehr so klappen. Trotz Fokusbestätigung im Sucher war der Schärfepunkt nicht da, wo er sein sollte. Also musste ich mir etwas überlegen...

 

Der Workaround: AF-ON und Servo

In der Fotografie ist man sehr oft mit Problemen konfrontiert und oft führt das Eine zum Anderen.
So auch hier: Recht bald durfte ich mit meiner Mark II Musiker und sich sehr flott bewegende Tänzer fotografieren.

Hierfür ist der One-Shot-AF unbrauchbar und ich musste mich in die Möglichkeiten des Servo-AF einarbeiten.
Ganz wichtig hierbei: Ein Konzept wie man den AF startet und wieder stoppt.

Canon verbaut bei seinen höherwertigen Modellen (zweistellig und darüber) einen AF-ON Knopf, den man sich dementsprechend konfigurieren kann.

Mir persönlich gefällt folgende Konfiguration am besten:

- Der Auslöser startet nur die Belichtungsmessung.
- AF-ON startet die Belichtungsmessung und die Fokusfunktion bzw. bleibt im Servo-Modus so lange aktiv, wie man die Taste gedrückt hält.
- Diese Einstellung findet ihr in den "Custom Functions" im Kameramenü (C.Fn.IV). 

Somit ist der Autofokus vom "Abzug" getrennt und man muss nur noch abdrücken, wenn man die gewünschte Schärfenebene hat.

 

Wie hilft mir das jetzt im Alltag?

Seitdem ich diese "Arbeitsweise" verwende, ist mir aufgefallen, dass die Kamera, nach dem initialen Scharfstellen, noch ein wenig nachkorrigiert. Ich halte die AF-Taste so lange gedrückt, bis die Kamera aufgehört hat, nachzujustieren bzw. ich keine "Geräusche" mehr vom Objektiv höre. Mit der Zeit bekommt man ein Gefühl dafür und das funktioniert auch auf Konzerten/Events wunderbar. Außerdem sieht man das gut im Sucher, wenn der AF "pumpt" und sucht.

Ein weiterer Vorteil, vorallem bei USM-Objektiven, ist, dass man nicht in den manuellen Fokus umschalten muss. Wenn es wirklich finster ist, und der AF gar nichts mehr trifft, muss man manuell arbeiten. Aber das ist eine andere Geschichte...

 

Links

http://www.frankdoorhof.com/site/2013/09/center-focus-point-or-something-else/
http://www.visual-vacations.com/Photography/focus-recompose_sucks.htm